MITBESTIMMUNG MIT KONSEQUENZ

"Augenhöhe" wurde im DGB-Bildungszentrum gezeigt (Foto: RuhrkanalNEWS)"Augenhöhe" wurde im DGB-Bildungszentrum gezeigt (Foto: RuhrkanalNEWS)
Kordula und Thomas Schulte moderierten den Abend rund um "Auf Augenhöhe" (Foto: RuhrkanalNEWS)

Kordula und Thomas Schulte moderierten den Abend rund um „Augenhöhe“ (Foto: RuhrkanalNEWS)

Hattingen- Rund 40 Menschen haben sich im DGB-Bildungszentrum eingefunden, um den Film „Augenhöhe“ zusehen und um sich darüber zu informieren, wie Arbeit anders, besser und demokratischer organisiert werden kann. In 53 interessanten und emotionalen Minuten porträtiert Augenhöhe insgesamt sechs sehr unterschiedliche Unternehmen, deren Mitarbeiter das Konzept „auf Augenhöhe“  bei ihrer Arbeit um setzen: den Maschinenhersteller allsafe Jungfalk, das ostdeutsche Kollektiv Premium Cola, die Brandschutz-Firma hhp Berlin, das sysTelios Therapiezentrum sowie die Konzerne adidas und Unilever. Dabei sind die Konzepte in ihrer konkreten Durchführung ganz unterschiedlich, immer auf die jeweilige Firma zugeschnitten. Es wird deutlich, dass es kein „Kochrezept“ gibt, nach dem alle handeln können.

Der Film zeigt Menschen und Firmen, die, so die Macher, „Entscheidendes anders und vieles besser machen, die inspirieren und ermutigen“: Vom Job-Sharing-Modell bei Unilever, einem vermeintlich „planlosen“ Umzug im Therapiezentrum, der abteilungsübergreifenden Entwicklung des russischen WM-Trikots bei adidas bis hin zu „Premium Cola“ wo darüber gestritten wird, ob man Werbung machen sollte und ob man ein kapitalistisches Unternehmen sein will. Gewinn erwirtschaften ja, aber nicht um jeden Preis und Wachstum muss langsamer gehen, als theoretisch möglich. Außerdem können hier Mitarbeiter dann arbeiten, wenn sie es wollen und haben oft keine starren Bürostunden oder gar feste Büros. Eins fällt allerdings auf: Im Film werden nur  Menschen gezeigt, die keinem Akkord unterworfen sind oder in einer industriellen Großserien-Fertigung arbeiten.

Diskussion nach der Vorstellung von "Auf Augenhöhe" (Foto: RuhrkanalNEWS)

Kleine Diskussionsrunde nach der Vorstellung von „Augenhöhe“ (Foto: RuhrkanalNEWS)

Derart neue Wege zu gehen, sei für kleine Firmen natürlich deutlich leichter als für Großkonzerne, sagt Thomas Sattelberger im Film-Interview. Oder, auch das wird deutlich, die großen Firmen müssen in kleinere Einheiten gegliedert werden. So wie bei Unilever, wo zumindest an einem Standort andere, demokratischer Konzepte ausprobiert werden.

Nach dem Film fordert die Moderatorin und Gastgeberin der Veranstaltung, Kordula Schulte, dazu auf, in kleinen Gruppen über den Film zu diskutieren. Die Besucher der Veranstaltung machen das gerne und kommen schnell zu der Frage, ob wirklich alle Arbeitnehmer so viel Demokratie am

Nach dem Film wurde noch diskutiert (Foto: RuhrkanalNEWS)

Nach dem Film wurde noch diskutiert (Foto: RuhrkanalNEWS)

Arbeitsplatz haben wollen, wie im Film gezeigt. „Das ist auch anstrengend, ich muss dann ständig Entscheidungen treffen und Verantwortung übernehmen,“ bringt  es eine Zuschauerin auf den Punkt. Überhaupt stellen viele die Frage danach, welche Strukturen und Abläufe in einem Unternehmen verändert werden müssen, damit die vorgestellten Konzepte funktionieren. Und die Idee, dass Hierarchien abgeschafft werden, so wie im Beispiel „Premium Cola“ halten die Anwesenden für illusorisch. Flache Hierarchien in Unternehmen seien erstrebenswert, aber am Ende müsse es eine Person geben, die die Verantwortung übernimmt und eine Entscheidung trifft.

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