SPRACHBILDUNG: „RUCKSACK“ ERREICHT 110 KINDER UND IHRE ELTERN

Einige der Teilnehmer des Rucksack-Projektes mit ihren Urkunden (Foto: PEN)Einige der Teilnehmer des Rucksack-Projektes mit ihren Urkunden (Foto: PEN)

Ennepe-Ruhr-Kreis- „Die Resonanz auf unsere Einladung zeigt: Das von uns betreute Programm ´Rucksack´ wird von Eltern, Kindern und Einrichtungen nach wie vor sehr gut angenommen. Es ist im Ennepe-Ruhr-Kreis seit gut vier Jahren ein wichtiger Bestandteil der Sprachförderung von Kindern mit Zuwanderungsgeschichte.“ Während Birgit Antonius vom Kommunalen Integrationszentrum (KI) der Kreisverwaltung diese Worte sagt, herrscht um sie herum buntes Treiben.

Kein Wunder, schließlich ist die Wittener Grundschule Hellweg an diesem Nachmitttag nicht nur bestens besucht, den mehr als 100 Gästen wird auch jede Menge geboten. Stände mit farbenfrohe Plakaten warten auf Neugierige, ein abwechslungsreiches Programm aus Basteln, Spielen und Schminken wurde für die Kinder vorbereitet und ein von den Eltern zusammengestelltes Buffet mit herzhaften und süßen Leckereien lässt für Hungrige keine Wünsche offen.

Zum Abschluss des Schuljahres sagt das KI allen „Rucksack“-Beteiligten wieder „Danke schön“. „Der Erfolg des Programms ist vor allem auch mit Ihnen und Ihrem Engagement verbunden. Sie haben das Rucksack-Projekt zu dem werden lassen, was es heute ist. Allein im vergangenen Schuljahr konnten in 15 Rucksackgruppen über hundert Kinder und ihre Eltern gefördert werden“, machte Landrat Olaf Schade deutlich. Eltern und Kinder, Elternbegleiter, Vertreter der Schulen und Kindertagestätten sowie der beteiligten Kommunen sowie Sponsoren und Förderer hörten dieses Lob gerne.

Muttersprachlerinnen garantieren Erfolg

Zum Abschluss haben alle Teilnehmer eine Urkunden bekommen (Foto: PEN)

Zum Abschluss haben alle Teilnehmer eine Urkunde bekommen (Foto: PEN)

Ganz besonders im Blickpunkt standen die Elternbegleiterinnen. Dies sind Mütter, die neben Deutsch auch ihre eigentliche Muttersprache gut beherrschen. Das Konzept: Die Frauen greifen bei Treffen mit Eltern Woche für Woche die Kita- und Schulthemen auf und besprechen sie in der jeweiligen Muttersprache. Die Kinder haben somit die Chance, die im Unterricht in deutscher Sprache vermittelten Inhalte zu Hause gemeinsam mit den Eltern nachzuarbeiten. „Die Erfahrung zeigt: Mit dem Angebot werden nicht nur Sprachbarrieren abgebaut, Eltern werden auch in die Lage versetzt, ihre Kinder bei den Hausaufgaben zu unterstützen. Parallel werden die Muttersprache, die Deutschkenntnisse und die kindliche Entwicklung gefördert“, so Daniel Thomasen, Lehrer der Hellweg-Grundschule.

Aus den beteiligten Einrichtungen hieß es auf der Veranstaltung: „Viele Eltern freuen sich, eine Anlaufstelle zu haben und sich untereinander austauschen zu können. Regelmäßig werden neben den Themen des Schulalltags beispielsweise auch Herausforderungen in der Kindererziehung diskutiert.“

Nicht zu unterschätzende Nebeneffekte der zweistündigen Treffen der jeweils gut zehn Teilnehmer: Das Miteinander in Familie sowie Kita und Schule erhält eine ganz neue Qualität, alle Beteiligten lernen sich und ihre Fähigkeiten neu kennen, die Kommunikation zwischen Eltern und den Einrichtungen wird gefördert sowie eine allgemeine interkulturelle Öffnung und ein verstärkter kultureller Austausch sind zu beobachten. Kein Wunder also, wenn alle Beteiligten unisono sagen: „Die Arbeit und der Aufwand lohnen sich.“

Stichwort Rucksackprojekt

Mit „Rucksack“ werden Kinder aus Zuwandererfamilien unter aktiver Beteiligung ihrer Eltern und der jeweiligen pädagogischen Einrichtung in ihrer Sprachbildung gefördert. Kreisweit gibt es aktuell zehn Gruppen in Kindertagesstätten und vier Gruppen in Grundschulen. Die Leitung übernehmen insgesamt zehn Elternbegleiterinnen. Sie unterstützen auf diesem Weg über 110 Kinder in ihren Familien.

Aktuell beteiligt sind aus Ennepetal die Grundschule Büttenberg, aus Gevelsberg die AWO-Kitas Schultenstraße und Körnerstraße, die Kita Vogelnest sowie die Grundschule Vogelsang, aus Hattingen die städtischen Kindertagesstätten An der Hunsebeck und Haus der Jugend sowie die Grundschule Heggerfeld, aus Schwelm die DRK Kita Kleiner Häwelmann und die AWO Kitas Kiefernweg und Oelkinghausen, aus Wetter die Kita Gravemannhaus und aus Witten die Kita Crengeldanz und die Grundschule Hellweg. Weitere Kitas und GS stehen in den Startlöchern.

Für das nächste Schuljahr meldet das KI noch Platz für die Teilnahme weiterer Einrichtungen. Jährlich stehen nach einem Beschluss des Kreistages für zwanzig Gruppen insgesamt 10.000 Euro zur Verfügung.

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