STAHL IM FILM

Robert Laube, Museumsleiter LWL-Industriemuseum
Sabrina Cannarozzo, Lichtburg Oberhausen
Prof. Manfred Rasch, Leiter des thyssenkrupp Konzernarchivs
Dr. Burkhard, Leiter des LVR-Industriemuseums Oberhausen (Foto: LWL)Robert Laube, Museumsleiter LWL-Industriemuseum Sabrina Cannarozzo, Lichtburg Oberhausen Prof. Manfred Rasch, Leiter des thyssenkrupp Konzernarchivs Dr. Burkhard, Leiter des LVR-Industriemuseums Oberhausen (Foto: LWL)

Oberhausen/Hattingen –  Stahl ist fotogen. Sprühende Funken, rotglühende Ströme aus flüssigem Stahl oder maskierte Arbeiter in Schutzkleidung zogen immer wieder die Aufmerksamkeit von Filmemachern auf sich. Ihre spektakulären Bilder dokumentieren komplexe Arbeitsprozesse und zeugen davon, wie Unternehmen ihre Produkte werbewirksam in Szene setzten. Im internationalen Symposium „Stahl im Film“ der Landschaftsverbände Rheinland (LVR) und Westfalen-Lippe (LWL) beschäftigen sich Filmhistoriker und Filmhistorikerinnen aus elf Ländern von Freitag (8.9.2017) bis Sonntag (10.9.2017) in Oberhausen und Hattingen erstmals umfassend mit dieser speziellen Filmsparte.

Internationales Symposium in den Industriemuseen von LVR und LWL

In den Vorträgen geht es beispielsweise um die technisch-künstlerische Entwicklung des Industriefilms im Lauf der Jahrzehnte. Die Referentinnen und Referenten rücken die Bedeutung einzelner Stahlwerke, z.B. der Poldihütte in Österreich, oder auch die gesamte Branche in einem Land in den Fokus. Andere beschäftigen sich mit der Darstellung von Frauen und Männern, die von den 1930er Jahren bis in die 1990er in der Stahlindustrie tätig waren, oder untersuchen typische Eigenschaften der Industriefilme sowie ihre Funktion und Instrumentalisierung. Die Zusammenhänge zwischen Industriefilmen und den Verhältnissen, in denen sie entstanden sind, sind ein weiterer Themenschwerpunkt.

Die internationale Perspektive ermöglicht eine vergleichende Analyse nationaler Stile: Gibt es Unter¬schiede in der Inszenierung und in der Bildsprache? Die Fachvorträge finden tagsüber im LVR-Industriemuseum Zinkfabrik Altenberg in Oberhausen und im LWL-Industriemuseum Henrichshütte Hattingen statt und werden begleitet von Filmausschnitten.

An den Abenden und am Sonntag werden echte Filmschätze in voller Länge gezeigt, die die diskutierten Themen beleuchten. Spektakuläre Bilder von Produktionsabläufen, Arbeitsbedingungen und ihren Veränderungen sind zu sehen. Den Auftakt zum Oberhausener Filmabend am Freitag (8.9.) macht „Sinnlichkeit Stahl“: Unkonventionell und hoch ästhetisch inszeniert Filmemacher Christoph Böll den Prozess der Stahlherstellung und -weiterverarbeitung. Das LWL-Industriemuseum widmet seinen Kinoabend am Samstag (9.9.) dem Regisseur Walter Ruttmann (1887–1941). Mit dem 1927 produzierten Film „Berlin. Die Sinfonie der Großstadt“ wurde der Regisseur in Fachkreisen weltbekannt. Ohne Spielhandlung und ohne Zwischentitel erzählt Ruttmann einen Tag in der Großstadt Berlin. Dem Werkstoff Stahl widmete sich der Experimentalfilmer in den 1930er-Jahren gleich zweifach: Der Stahl-Werbefilm „Metall des Himmels“ (1935) und der Industriefilm „Mannesmann“ (1936/37) werden ebenfalls am Samstagabend gezeigt.

Bei der abschließenden Filmmatinee am Sonntag (10.9.) im Lichtburg Filmpalast in Oberhausen erwarten die Besucherinnen und Besucher gut drei Stunden Filme aus verschiedenen Ländern. Die Tagung endet mit dem humorvollen Kurzfilm „Mini die Dose“.

Die Tagung und die Filmvorführungen sind kostenlos und richten sich über die Fachwelt hinaus an ein interessiertes Publikum. Eine Anmeldung ist erwünscht per Mail an stahl-im-film@lvr.de. Alle Informationen und das Programm auf www.industriemuseum.lvr.de.

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