ZWEITER HATTINGER LÖWE VERLIEHEN

Der diesjährige Preisträger des Hattinger Löwen, Stadtarchivar Thomas Weiß (Foto: RuhrkanalNEWS)Der diesjährige Preisträger des Hattinger Löwen, Stadtarchivar Thomas Weiß (Foto: RuhrkanalNEWS)
hattinger Löwe

Die „Hattingen Löwe 2017“ Verleihung auf der Art & Food Veranstaltung in der St. Georgs-Kirche (Foto: RuhrkanalNEWS)

Hattingen- Für eine bärenstarke Leistung bekommt ein Hattinger Bürger einen Löwen. So viel wird in der Laudatio deutlich, die in der St. Georgs-Kirche gehalten wird. Der Preisträger 2017 ist der Hattinger Stadtarchivar Thomas Weiß. Er bekommt den vom Lions-Club verliehenen Preis für das Engagement bei verschiedensten Projekten. Herausragend für die Jury ist dabei ein Projekt zur Flüchtlingsgeschichte nach dem zweiten Weltkrieg. Zusammen mit Schülern wurde die Situation nachgezeichnet, als plötzlich rund 10.000 Menschen ohne Wohnung in der Stadt waren. Die Auswirkungen spüren wir bis heute. Denn die HWG beschließt damals, dass für die Neubürger ein ganz neuer Stadtteil gebaut werden soll. Nur so können genügend Wohnungen bereitgestellt werden. Das Ergebnis ist der Ortsteil „Rauendahl“. Durch dieses Projekt in der Gesamtschule Welper wird Lions-Vorstandsmitglied Reinhard Ising auf den Stadtarchivar aufmerksam und schlägt ihn als Preisträger 2017 vor. Ising hält demzufolge auch die Laudatio in der St. Georgs-Kirche.

Er würdigt Thomas Weiß als Menschen, der mit Herzblut bei der Sache ist und mit seiner Energie dafür sorgt, dass die Stadtgeschichte auch für zukünftige Generationen nachvollziehbar bleibt. Denn das Archiv besitzt zwar viele historische Dokumente, sammelt aber ausschließlich aktuelle Dinge. Urkunden, Akten der Stadtverwaltung, aber auch Werke verschiedener Hattinger Künstler. Nur so ist gewährleistet, dass die nachfolgenden Generationen verstehen, warum heute bestimmte Entwicklungen angestoßen oder auch gebremst werden.

Preisgeld für Hospiz und HAZ

In seiner Dankesrede macht Thomas Weiß deutlich, dass er lange mit sich kämpfte, ob er den Preis annehmen soll. „Ich mache schließlich nur meine Arbeit“, gibt er der Festgesellschaft in der St. Georgs-Kirche zu bedenken. „Eine Arbeit, die ich nur erledigen kann, weil wir im Archiv ein starkes Team sind. Und die ich nur erledigen kann, da mir mein Arbeitgeber die nötige Freiheit lässt, diese Aufgaben zu erfüllen.“ Und er erinnert auch an seinen Vorgänger Helmut Fischer, der das Fundament für ein modernes Stadtarchiv legte. Die 2500 Euro Preisgeld, „eine kleine Urlaubsreise“, wird Thomas Weiß nicht privat nutzen. Er bezieht sich auf das Projekt über die Flüchtlinge nach 1945 und gibt die Hälfte des Preises für die Finanzierung von Nachhilfe für Schüler die aktuell als Flüchtlinge in Hattingen leben. Der Nachhilfeunterricht wird über das HAZ organisiert. Die andere Hälfte geht an den ambulanten Hospizdienst. „Schließlich begleiten wir als Archiv die Hattinger von der Geburtsurkunde bis zur Sterbeurkunde.“ Diese Entscheidungen finden die Zustimmung der anwesenden Festgäste, die sich auf Einladung der Lions Hattingen zu einem Bankett in der Kirche versammelt haben.

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